Statistiken zur Softwarelizenzierung
Zahlen & Entwicklungen zur Softwarelizenzierung (2016–2024)
Manchmal hilft ein Blick auf nackte Zahlen, um ein abstraktes Thema greifbar zu machen. Genau das gilt für Softwarelizenzierung. Für Unternehmen ist sie kein Nebenschauplatz, sondern ein zentrales Fundament. Ohne verlässliche Einnahmen aus Lizenzen geraten schnell ganz praktische Dinge ins Wanken: Gehälter, laufender Betrieb, Investitionen in Wachstum. Klingt banal. Ist es aber nicht.
Als Anbieter moderner Lizenzierungslösungen für international bekannte Konsum- und Technologiemarken liegt der Fokus klar auf Effizienz. Nicht auf komplizierten Lizenzschlüsseln, die seit Jahren mehr Probleme verursachen als lösen. Sondern auf zeitgemäßen, skalierbaren Modellen. Und genau hier stolpert man zwangsläufig über eine Frage, die oft unterschätzt wird: Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz?
- Effektive Softwarelizenzierung bedeutet in erster Linie Compliance. Die Anzahl der verkauften Lizenzen stimmt mit der Anzahl der eingesetzten überein. Punkt.
- Effiziente Softwarelizenzierung geht einen Schritt weiter. Sie sorgt dafür, dass nur so viele Lizenzen im Umlauf sind, wie tatsächlich geschäftlichen Nutzen erzeugen – also aktiv und sinnvoll genutzt werden.
Der Knackpunkt: Einer der größten Ressourcenfresser in Unternehmen ist Software, die zwar bezahlt, aber nie verwendet wird. Jedes Jahr verschwinden so Milliardenbeträge. Das trifft nicht nur Kunden mit überlasteten IT-Budgets, sondern auch Independent Software Vendors, vor allem jene, die an klassischen Lizenzschlüsseln festhalten und dadurch reale Umsatzpotenziale verschenken.
Einige Zahlen machen das Ausmaß deutlich.
Gartner
- Laut Prognosen von Gartner erreichten die weltweiten IT-Ausgaben bereits 2018 rund 3,7 Billionen US-Dollar, ein Plus von 4,5 % gegenüber dem Vorjahr.
- Besonders stark wuchs der Bereich Unternehmenssoftware, der 2019 bei etwa 421 Milliarden US-Dollar lag.
- Quelle: Gartner
MarketResearchFuture
- Der globale Markt für Softwarelizenzierung sollte bis 2023 ein Volumen von rund 14,34 Milliarden US-Dollar erreichen.
- Quelle: MarketResearchFuture
ITassetmanagement
- Alle befragten Unternehmen mit 30.000 bis 100.000 Mitarbeitenden gaben an, überlizenziert zu sein.
- Fast 20 % stuften sich selbst als stark überlizenziert ein.
- 76 % überlizenzieren bewusst – aus Angst vor Audits.
- Quelle: ITassetmanagement
IDC
- 21 % der Unternehmen mussten sogenannte True-Up-Kosten von über einer Million US-Dollar tragen.
- Quelle: IDC
TechRepublic
- Jährlich werden im Vereinigten Königreich mehr als 1,7 Milliarden Pfund für ungenutzte Software verschwendet.
- In den USA liegt dieser Wert bei etwa 32 Milliarden US-Dollar.
- Hauptursache: Lizenzen für Software, die kaum oder gar nicht genutzt wird.
- Besonders häufig ungenutzt: Camtasia Studio, Crystal Reports und Adobe InDesign.
- In der Bildungsbranche bleiben 47 % der Lizenzen ungenutzt, während die öffentliche Verwaltung mit 28 % vergleichsweise effizient arbeitet.
- 30 % aller Anwendungen werden nie verwendet, weitere 8 % seltener als einmal pro Monat.
- Quelle: TechRepublic
LinkedIn / IDC
- Laut IDC geben Unternehmen bis zu 25 % ihres gesamten Softwarebudgets allein dafür aus, mit der Komplexität von Lizenzmodellen umzugehen.
- Quelle: LinkedIn (Zitat von Amy Konary, IDC)
IDC (Studie)
- 64 % der Unternehmen setzen keine automatisierten kommerziellen Tools für das Lizenzmanagement ein.
- Quelle: IDC-Studie (PDF)
Gartner (weitere Einschätzung)
- Gartner geht davon aus, dass Unternehmen ihre Softwareausgaben um bis zu 30 % senken könnten, wenn sie bewährte Lizenzierungspraktiken konsequent umsetzen würden.
- Quelle: Gartner
Ein nüchternes Fazit
Überlizenzierung ist kein Randphänomen. Sie ist eher die Regel als die Ausnahme. Für ISVs mag das kurzfristig attraktiv wirken – schließlich zahlen Kunden weiterhin für ungenutzte Lizenzen. Langfristig ist dieses Modell jedoch instabil. Ohne echten Mehrwert verliert es an Akzeptanz.
IDC stellte bereits fest, dass bis Ende 2018 rund die Hälfte aller Unternehmen begonnen hatte, Prozesse und Werkzeuge einzuführen, um die Nutzung ihrer On-Premises-Software besser zu messen. Der Trend ist eindeutig.
Für ISVs reicht es heute nicht mehr aus, nur die Anzahl ausgegebener Lizenzen zu kennen. Entscheidend ist, ob die Software beim Kunden tatsächlich genutzt wird. Transparenz wird damit zum Umsatztreiber.
Der Versuch, diese Transparenz ausschließlich mit Lizenzschlüsseln und Tabellenkalkulationen zu erreichen, stößt jedoch schnell an Grenzen. Zu komplex. Zu fehleranfällig. Und letztlich nicht skalierbar.